___________Willkommen auf dem Blog der Bauhaus.Botschafter___________

___________Willkommen auf dem Blog der Bauhaus.Botschafter___________

Thursday, September 28, 2017

EinBlick-Semester Visuelle Kommunikation: vom 1. Tag bis zur 1. Ausstellung

Das neue Semester befindet sich in den Startlöchern und die Aufregung ist groß. Neue Stadt, neue Uni, neue Wohnung und neue Freunde. Wir möchten euch die Nervosität nehmen und euch einen Einblick in das alltägliche Studentenleben an der Bauhaus-Universität Weimar geben.
Ausstellung Visuelle Kommunikation. Foto: Anna Perepechai
Was genau im ersten Semester, dem so genannten EinBlick-Semester des Studiengangs Visuelle Kommunikation passiert, verrät euch unsere Bauhaus.Botschafterin Anna:


Was passiert im ersten Semester in der VK an der Bauhaus-Universität Weimar?

Wenn man neu nach Weimar kommt und sich mit Anderen über die Stadt und das Studium unterhält, klingt vieles wie ein Rätsel. Was ist M1 oder M18, was ReBa, T oder KH? Die Antworten werden schnell klar, wenn man beginnt zu studieren. Wenn es um die Visuelle Kommunikation geht, sollte man sich zuerst angewöhnen, den Begriff Visuelle Kommunikation einfach durch VK auszutauschen. Also ab jetzt nur noch so und nicht anders :).

VK ist ein Studiengang, in dem das Arbeiten mit Bildern, Grafiken und Texten kreativ zusammengefasst wird. Der Bereich ist nicht wirklich begrenzt, er gestaltet unsere visuelle Welt und formuliert natürlich in verschiedener Art und Weise unser visuelles Gedächtnis. An der Bauhaus-Universität Weimar besteht VK aus diesen fünf Professuren: Fotografie, Grafikdesign, Bild-Text-Konzeption (Werbung), Typografie und Video (Bewegtbild). Um einen Einblick in VK zu bekommen, das Studium zu verstehen, die Professuren kennenzulernen und die Kreativität anzuregen, fangen die "Ersties" das Studium mit dem Einblick-Semester an.

Was ist das EinBlick-Semester in der VK an der Bauhaus-Universität Weimar?

Das EinBlick-Semester in der VK hat jedes Jahr ein Hauptthema, das durch das ganze Semester läuft, die Stimmung für die folgende 4 Monate setzt und aus fünf 2-wöchigen Blöcken (Ausnahme Fotografie: 3 Wochen) besteht, meistens in folgender chronologischer Ordnung: Fotografie, Typografie, Grafikdesign, Bild-Text-Konzeption und Video. Gleichzeitig läuft ein wissenschaftliches Modul und am Ende des Semesters eine wissenschaftliche Übung. Im WiSe 2016/17 haben die Studierenden beispielsweise das Thema “Time To Say Goodbye” bearbeitet.

Semesterausstellung VK. Foto: Anna Perepechai

Für jeden Block erstellen die Studierenden ein Projekt, diese fangen jeweils mit einer Vorstellung der Studierenden und Brainstormings zum Projekt an und enden mit den Abschlusspräsentationen. Am Ende der Vorlesungszeit organisieren die Studierenden selbst eine Ausstellung und können somit alle ihre Arbeiten im öffentlichen Raum zeigen. Anschließend ist noch eine Hausarbeit zu einem selbst gewählten Thema bis zum Ende des Semesters zu schreiben. Damit man also seine Semesterferien genießen kann, sollte man damit nicht zu lange warten.

Was macht man im EinBlick-Semester?

Das Semester fängt mit der Einführungswoche an. Die Tutoren erklären, wie das Studium funktioniert, geben wichtige Informationen, organisieren ein Mappenfrühstück (was eine gute Gelegenheit ist, herauszufinden, was die neuen Kommilitonen bisher so gemacht haben) und bieten auch verschiedene gemeinsame Aktivitäten an. Die Woche kann also ziemlich vollgepackt werden, denn neben dem Tutorenprogramm läuft auch das offizielle Uni-Programm. Man kann viele Präsentationen, Veranstaltungen und Führungen besuchen, bei der Stadt-Rallye mitmachen und auf Partys gehen.

Nach der Einführungswoche fängt das dynamische erste Semester an. Für jeden der oben genannten Blöcke führt man allein oder in Gruppen ein Projekt von der Idee bis zur Endpräsentation durch. Es gibt auch Zwischenpräsentationen, die wichtig und sehr nützlich sind, weil jede Präsentation die finale Benotung beeinflusst und zusätzliches Feedback von Dozenten und Kommilitonen ermöglicht.

Fotografie
Um die Möglichkeit zu haben, in der Fotowerkstatt zu arbeiten, müssen die Studierenden erst die entsprechenden Einführungen machen. Hier hat man die Wahl: entweder lernen die Studierenden erst das Studio kennen oder die Dunkelkammer. Zur Studioeinführung können digitale Kameras und Lichttechnik ausprobiert werden, die Studierenden können dabei viel im Studio experimentieren. Dagegen erfährt man in der Dunkelkammer-Einführung etwas über analoge Fotografie, selbst zu Entwickeln und kann mit Abzügen experimentieren. 

Die Fotowerkstatt. Foto: Jonas Tegtmeyer
In den nächsten zwei Wochen arbeiten die Studierenden in Gruppen oder allein an den Projekten. Alle paar Tage kommen sie zum Plenum zusammen, um ihre Zwischenergebnisse zu präsentieren, Kritik und Feedback zu bekommen und die Ideen weiter zu führen. Die Werkstattleiter Jonas Tegtmeyer und Andreas Oberthür sind immer da für Rat und Hilfe. Wichtig ist aber, immer die Fragen klar zu formulieren – dann geben sie bestimmt eine hilfreiche Antwort! Der Block endet mit der Endpräsentation in der Fotowerkstatt.
Im WiSe 2016/17 haben die Studierenden in Gruppen gearbeitet und verschiedene Fotoserien erstellt. Dabei wurden die Themen Flüchtigkeit, moderner Himmel, Konsum usw. bearbeitet.

Typografie
Semesterausstellung VK. Foto: Anna Perepchai
In den zwei Wochen zur Typografie lernen die Studierenden einige Grundkenntnisse und ein wenig Theorie und versuchen, diese praktisch umzusetzen. Hier bekommt man ein erstes Gefühl für Schrift und die Gestaltung. Zentrale Fragen sind: Wie viel Platz soll zwischen den Buchstaben sein, welche Schriftarten passen zu zueinander und mit welchen gestalterischen Elementen kann man einen finalen Akzent in seine Arbeit bringen?
Im WiSe 2016/17 haben die Studierenden mit der Unterstützung von Gastwissenschaftler Christoph Knoth und Knoth Renner ein Heft über gefährdete Tiere, das “Lexikon der aussterbenden Tiere”, zusammengesetzt. Es wurde analog gearbeitet und viel am Kopierer experimentiert.

Grafikdesign
Man sollte darauf vorbereitet sein, an der Bauhaus-Universität Weimar viel selbst oder von anderen Studierenden zu lernen. Dabei ist klar, dass alle entweder nur mit Grundkenntnissen oder sogar ohne Vorwissen starten, so auch in den Programmen wie Illustrator oder InDesign. Die Programme lernt man also selbst oder zu Workshops, welche andere Studierenden oder der Leiter des Mac-Pools Dipl.-Inf. Thomas Filter anbieten.
In den zwei Blocks zu Grafikdesign haben die Studierenden die Möglichkeit, viel auszuprobieren und durch den kritischen Blick von Prof. Markus Weisbeck und dem künstlerischen Mitarbeiter Adrian Palko bei jedem Treffen ein Feedback zu bekommen und dazu zu lernen.

Semesterausstellung VK. Foto: Anna Perepechai
Im WiSe 2016/17 wurden durch die Studierenden Infografiken gestaltet, die zeigen, wie sich das Leben im persönlichen Bereich durch den Start des Studiums im Vergleich zum Leben zuvor verändert hat. Jeder erstellte 6 Infografiken, welche zur Ausstellung auf jeweils einem A0-Plakat präsentiert wurden. Die Arbeitsweise war sehr unterschiedlich, so wurde von manchen erst analog gearbeitet und erst dann das Ergebnis digitalisiert. 

Bild-Text-Konzeption (Werbung)
Bild-Text-Konzeption bringt die Studierenden in die Welt der Werbung, wo man Werbekonzepte mit dazugehörigen Texten entwickelt. Prof. Burkhart von Scheven, die künstlerische Mitarbeiterin Ph.D. (Kunst & Design) Ricarda Löser und der künstlerischer Mitarbeiter Alexander Döpel sind immer da: sie geben den richtigen Rat, konstruktive Kritik, stellen wichtige Fragen und folgen den Ideen vom Anfangs bis zum Ende.
Im WiSe 2016/17 haben die Studierenden die Aufgabe bekommen, ein Plakat zu gestalten, das zusammen mit einem 3D-Objekt eine Installation geformt und gezeigt hat, von was die Studierenden sich in ihrem Leben verabschiedet haben. Es gab mehrere Zwischenpräsentationen, aber die Schlusspräsentation hat erst auf der Semesterausstellung stattgefunden. Manche Studierende haben Licht- oder Musikinstallationen erstellt, Videos gedreht oder ihre Arbeit sogar mit einer Performance verknüpft.

Video
Beim Videoblock können die Studierenden das Videostudio benutzen, sich Technik ausleihen und verschiedene Experimente mit dem bewegten Bild durchführen. Am Anfang findet die Einführung von Gastwissenschaftler Ph.D. (Kunst & Design) Ulrike Mothes und den Werkstattleitern Dipl.-Des. (FH) Andrea Carrà und Ralph Vogler statt. Dann skizzieren die Studierenden ihre Ideen und bringen sie in Bewegung.
Im WiSe 2016/17 haben die Studierenden in Gruppen Kurzfilme gedreht, die Ergebnisse reichten von Dokumentarfilm über Komödie und Horror bis zu Experimentellen Genres, eine Gruppe hat zudem einen Animationsfilm erstellt.

Videowerkstatt. Foto: Jonas Tegemeyer


Wissenschaftsmodul
Im Laufe des Semesters, einmal pro Woche, findet das Wissenschaftsmodul „Geschichte und Theorie der Visuellen Kommunikation“ statt. Prof. Dr. phil. habil. Frank Hartmann stellt dazu im ehemaligen Arbeitsraum von Henry van de Velde viele interessante Fragen, gibt Antworten und bringt die Studierenden zur Diskussion. Wie viele Bilder sieht man pro Tag? Warum trinken wir zum Frühstück Orangensaft? Wer hat die Schilder zur Orientierung in den Städten gestaltet? Die 1,5 Stunden der Vorlesung vergehen dabei sehr schnell und man kann vieles behalten.
Im Dezember findet die Übung des Wissenschaftsmoduls bei Dr. phil. Alexander Schwinghammer statt. Hier lernen die Ersties viele wichtige Methoden, wie man wissenschaftliche Arbeiten schreibt und wie man am besten mit der Literatur arbeitet. Die erworbenen Kenntnisse können die Studierenden gleich nutzen, denn ab Mitte Januar ist es schon möglich, das Thema für die Hausarbeit zu finden und mit schreiben anzufangen.

Party und die Ausstellung
Alle EinBlick-Ergebnisse präsentieren die Studierenden bei der Endausstellung, welche sie selbst finanzieren, kurieren und organisieren. Zur Finanzierung organisieren die VK-Ersties eine Party, die Studierenden aus den höheren Semestern helfen dabei gerne mit Ratschlägen zur Location und anderen organisatorischen Fragen.
Im Januar findet dann die Ausstellung statt. In den letzten Jahren war sie jeweils für eine Woche im "Gaswerk" und wurde mit einer großen Finissage-Party beendet.

Semesterausstellung VK. Foto: Anna Perepechai
Semesterausstellung VK. Foto: Anna Perepechai
Semesterausstellung VK. Foto: Anna Perepechai
Semesterausstellung VK. Foto: Anna Perepechai

Semesterausstellung VK. Foto: Anna Perepechai

Semesterausstellung VK. Foto: Anna Perepechai

Semesterausstellung VK. Foto: Anna Perepechai


Das EinBlick-Semester ist etwas Besonderes, was viele neue Erfahrungen und Inspirationen bringt, neue Freundschaften baut und zeigt, in welche Richtung man weiter gehen kann. Manche Ergebnisse des EinBlick-Semesters kann man unter folgendem Link finden: https://www.uni-weimar.de/projekte/einblick/



Anna Perepechai, B.A. (Journalismus), Visuelle Kommunikation, 3. Semester

No comments: