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Dienstag, 1. August 2017

Auslandspraktikum in Amsterdam - Erfahrungen, Tipps und Empfehlungen

Quelle: Laura Jähnert

"Goededag! Een Cappucino, alstublieft. Pinnen, alstublieft. Dankjewel, doei!" Diese drei "Sätze" fassen mein Auslandssemester in Amsterdam im Grunde hervorragend zusammen, denn dies sind die einzigen Niederländischen Phrasen, die ich sprechen gelernt habe. Wie es dazu kam, was sie bedeuten und was ich sonst über mein Auslandspraktikum in Amsterdam berichten kann, lest ihr in diesem Artikel.


Wer schon einmal in Amsterdam war, weiß, dass die Stadt einen unvergleichlichen Charme versprüht. Großstadt ohne Großstadtfeeling, Kultur an jeder Ecke und dennoch eine der modernsten Haupstädte Europas, Niederländische Tradition trifft Elektro-Taxis. Das Leben in Amsterdam ist jung, international und freundlich. Wer die Möglichkeit hat, im Rahmen eines Auslandssemesters in die Niederlande zu gehen, sollte sie unbedingt nutzen!

Das Praktikum - Wie hab ich es gefunden?



Mein Auslandspraktikum war eine sehr spontane Entscheidung. Ich bin auf das Unternehmen, eine niederländische Online-Reiseagentur mit Ablegern in vielen europäischen Ländern, im Internet aufmerksam geworden. Ich hatte ihre Seite schon seit einiger Zeit auf verschiedenen Social Media Plattformen abonniert, als ich mir einmal dachte, ein Blick in die Job-Rubrik könne nicht schaden. Als mich mein Traum-Praktikum dort anlachte, schickte ich noch in der selben Woche meine Bewerbung ab, woraufhin ich unmittelbar ein Vorstellungsgespräch via Skype erhielt. Nach nur wenigen Tagen war beschlossen: Ich werde für sechs Monate ein Praktikum in Amsterdam machen!

Quelle: Laura Jähnert
Wenn ihr ebenfalls die Niederländische Hauptstadt für euer Auslands-Abenteuer auserkoren habt, solltet ihr wissen, dass die Unternehmen dort (fast) alle unglaublich schnelllebig sind. Stellen werden innerhalb einer oder zwei Wochen vergeben, der Eintrittstermin liegt oft nicht weiter als vier Wochen in der Ferne. Hier ist definitiv Spontanität und ein bisschen Mut gefragt!


ERASMUS+, Auslands-BAföG und Co.



Mit der spontanen Entscheidung, das Auslandspraktikum wahrzunehmen, gingen auch einige Komplikationen bezüglich der Förderungsanträge einher. Glücklicherweise haben jedoch alle wichtigen Fördereinrichtungen sehr entgegenkommend mit mir kooperiert: So unter anderem das LEONARDO-Büro in Ilmenau, welches sich für die ERASMUS+-Förderung während eines Auslandspraktikums der Thüringischen Studierenden einsetzt. Auch Frau Andrea Weber von der Bauhaus-Universität Weimar war eine tolle Unterstützung und bei dem Stellen der Anträge und Beantwortung aller Fragen eine große Hilfe.


Praktikumsvergütung...


... hängt sehr stark vom Unternehmen ab. Oft deckt die monatliche Bezahlung nicht einmal eure Mietkosten, aber durch die ERASMUS+-Förderung und Auslands-BAföG ist auch dies zu bewältigen! Einige Arbeitgeber übernehmen auch eure Mietkosten und verzichten auf eine weitere Vergütung.


Was kostet die Welt? Ungefähr so viel wie ein Zimmer in Amsterdam!


Ein bezahlbares Zimmer in Amsterdam zu finden ist schwer... sehr, sehr schwer. Besonders von Deutschland aus. Daher kann ich euch empfehlen, alle Wohnheime der Universität und auch private Wohnheime (Hotel Jansen, Studenthotel) anzufragen. Wenn ihr eine Absage erhaltet, sucht über Social Media Kanäle nach Gruppen, in denen die Bewohner der Häuser sind, und fragt dort, ob jemand sein Zimmer untervermietet oder vorzeitig verlässt. Darüber hinaus könnt ihr auch über generelle Wohn- und Mietgruppen im Internet fündig werden. Zusätzlich kann auch euer Arbeitgeber bzw. die Hochschule in Amsterdam Unterstützung bei der Wohnungssuche leisten.
Kalkuliert für die Vorbereitung eures Auslandsaufenthaltes ein Weimarer Altbau-Zimmer in der Innenstadt inklusive Balkon, verdoppelt diese Miete und addiert zusätzlich noch 50 bis 100 Euro hinzu - Circa in diesem Preissegment befindet sich kleines ein Zimmer in Amsterdam.


Kaffee, frischer Saft und Team-Events - So modern ist A'dam wirklich



Quelle: Laura Jähnert
Viele Amsterdamer Firmen sind auf der Suche nach internationalen Praktikantinnen und Praktikanten und werben stets mit einem modernen Büro, stetig frischem Obst, Kaffee so viel man möchte und "Friday Drinks" als Afterwork-Event. Und sie halten ihr Versprechen!
Mit einem Auslandspraktikum in Amsterdam lernt ihr nicht nur die Kultur eines anderen Landes kennen, ihr lernt auch eine ganz neue Arbeitskultur kennen. Lockere und freundschaftliche Atmosphären in den Großraumbüros treffen modern ausgestattete Arbeitsplätze und eine großartige "Employee-Appreciation": Blumengeschenke, Mitarbeiter des Monats-Kührung und Kanalfahrten auf dem firmeneigenen Boot gehören oft dazu. Eine internationale Atmosphäre lässt aus Kollegen Freunde werden, während Arbeitgeber selbst den Praktikanten auf Augenhöhe gegenübertreten. 



Niederländisch - Die perfekte Mischung aus Deutsch und Englisch


Ein weiterer positiver Effekt der interkulturellen Atmosphäre in den Niederlanden ist die unkomplizierte Kommunikation. Im Grunde spricht jeder Niederländer Englisch, und die meisten sogar fließend. Somit ist eine Verständigung an der Kaffeebar, im Supermarkt oder auf der Bank kein Problem und ein Niederländisch-Sprachkurs ist definitiv kein Muss. Als Deutsche/r ist das Lesen weniger eine Hürde als das Verstehen und dennoch begreift man schnell, welche Phrasen wofür verwendet werden. Zahlen sind beispielsweise ähnlich wie im Deutschen, sodass ich während meines Praktikums das Bestellen von Kaffee an der firmeneigenen Kaffeebar schnell gelernt habe: Een Cappucino, alstublieft. Letzteres bedeutet bitte und kann in der Tat nur von Niederländern korrekt ausgesprochen werden. 
Des Weiteren sind die Niederlande das Land der Kartenzahlungen - Bargeld wird nur wenig verwendet. Soll die Bezahlung durch EC- oder Kreditkarte erfolgen, ist die einfache Formulierung Pinnen, alstublieft ausreichend. Zur Verabschiedung wird fast ausschließlich Doei benutzt (ausgesprochen Dui), was ebenfalls schnell zu lernen ist und nicht gleich erahnen lässt, dass die eigene Herkunft außerhalb der Niederlande liegt.


Last but not least: Die optimalen Wohngegenden



Quelle: Google Maps
Meiner Meinung nach empfiehlt sich die Unterkunftssuche im inneren Kreis der Autobahn A10 (siehe Karte). Wohnt man in diesem Bereich, sind alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, Büros, Restaurants und Parks mit dem Rad in weniger als 30 Minuten zu erreichen. Jedoch erfreuen sich auch andere Wohngegenden großer Beliebtheit: Amsterdam Nieuw-West, Amsterdam Zuid und auch die Stadt Diemen bieten eine optimale Anbindung und liegen in angenehmer Radfahr-Nähe zum Zentrum. Umliegende Orte wie Amstelveen, Haarlem oder Hoofddorp bestechen mit günstigeren Mietpreisen und bringen ihre Einwohner mit dem Zug oder Bus in ebenfalls 30 bis 40 Minuten zum Zentrum von Amsterdam.

Amsterdam Impressionen


Quelle: Laura Jähnert

Weitere Fragen rund um mein Auslandshalbjahr in Amsterdam beantworte ich gern. Ihr erreicht mich über das Kontaktformular der Bauhaus.Botschafter


Laura Jähnert, B.A. (Medien)

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