___________Willkommen auf dem Blog der Bauhaus.Botschafter___________

___________Willkommen auf dem Blog der Bauhaus.Botschafter___________

Monday, October 24, 2016

Das kleine Damaskus mitten in Weimar



Wer die Jakobsstraße in Weimar entlang läuft, kann den Duft aus dem Lokal Damas kaum „überriechen“. Da läuft schnell das Wasser im Mund zusammen oder der Magen meldet sich mit einem Knurren. Wer eintritt, wird sofort freundlich von Besitzer und Koch Wael Outabachi begrüßt. Seit kurzem hat der gebürtige Syrer sein Restaurant vergrößert. So findet jeder Gast gleich einen Platz und kann es sich gemütlich machen, während die Küche Leckeres zaubert. Alles wird frisch zubereitet: Schawarma, Falafel, Zaatar mit arabischen Thymian, verschiedene Salate, vegetarisch oder mit Fleisch – es ist für jeden was dabei. Zudem gibt es täglich ein wechselndes Mittagsgericht, zum Beispiel gefüllte Paprika mit Reis oder gebratene Zwiebeln auf Bulgur mit Joghurtsoße. Das orientalische Essen macht satt und ist preislich mehr als in Ordnung. 


Falafelteller, Falafelbox, Zaatar mit arabischem Thymian und Käse



Waels persönliches Lieblingsessen ist die Schawarma-Rolle (Nr. 1 auf der Karte) nach original syrischer Art mit gebratenem Hühnerfleisch, eingelegten Gurken und der „speziellen syrischen Soße“. Aus was die genau besteht, bleibt erst mal geheim, schmecken tut sie allemal.

Seit zwei Jahren gibt es das Damas, vorher hat Wael mit seiner Frau und seinem Sohn in Damaskus gelebt. Der Name des Lokals steht für die Abkürzung seiner syrischen Heimatstadt. Dort war er Manager von drei Restaurants. Oft ging er in die Küche, sah den Köchen bei ihrem Schaffen zu und legte gerne selbst ein bisschen Hand an. Dass er einmal richtiger Koch würde, hätte er damals nicht gedacht.


Besitzer und Koch Wael Outabachi

Die drei Restaurants wurden durch den in Syrien herrschenden Krieg zerbombt und damit fiel Waels Lebensgrundlage schlagartig weg. Er versuchte in Jordanien Fuß zu fassen, dann in Ägypten, wo er sich um die Kasse und Großbestellungen eines Restaurants kümmerte. Nichts davon war dauerhaft, bis er mit seiner Familie nach Weimar kam. Hier lebt sein Bruder seit über zehn Jahren, wodurch es für Wael leichter war in Deutschland Fuß zu fassen. Sein Bruder war ihm eine große Hilfe bei der Eröffnung des Restaurants – dieser spricht deutsch und kennt sich mit der Bürokratie aus.

Waels Frau half ihm die erste Zeit in der Küche aus, den Rest machte er zunächst komplett alleine. Seit einiger Zeit lernt er nun drei Mitarbeiter an. „Es ist zu viel Arbeit für eine Person“, sagt Wael mit sympathisch syrischem Akzent. Damas hat sechs Tage die Woche von früh bis spät geöffnet. Zusätzlich bereitet der Besitzer Essen für eine Schule im Ort vor, die fast täglich beliefert wird. Dabei bleibt kaum Zeit zum intensiven Deutschlernen. Sein Sohn besucht die dritte Grundschulklasse und spricht bereits fehlerfrei und auch seine Frau belegt Sprachkurse. Wael mag die deutsche Sprache, auch wenn sie schwierig für ihn ist. Durch seine Arbeit kann er mit Gästen üben, aber er möchte noch besser werden.

Neben dem Kochen ist die Musik seine große Leidenschaft. „In meinen alten Restaurants habe ich oft für meine Gäste gesungen“, erzählt er lachend. Sogar bei einem Gesangscontest in Syrien hat er einmal gewonnen. 

Das Damas ist besonders bei den Studierenden Weimars beliebt. Wer noch nicht dort war – es lohnt sich: Preisgünstiges, leckeres Essen in warmen Ambiente mit herzlichem Besitzer – was will man mehr?



Wo?            Jakobsstraße 11, 99423 Weimar

Wann?        Montag:                     Ruhetag
                    Dienstag - Sonntag: 10 – 22 Uhr

Facebook:  Damas Syrische Küche



Text und Fotos: Violetta Ditterich, Medienwissenschaft (M.A.), 5. Semester